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 An einem frühlingshaften Regentag

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Dosashi
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BeitragThema: An einem frühlingshaften Regentag   Do 05 Jan 2017, 00:06

Hallöchen,

Da ich gerade nicht schlafen kann, habe ich meine Dokumente durchstöbert und bin auf diese Geschichte von mir gestoßen. Wenn ich so darüber nachdenke, muss sie mir schon ziemlich gefallen haben, da ich sie überraschend oft verteilt habe, obwohl meine Texte ansonsten kaum jemand zu lesen bekommt.^^ Und da ich euch sowieso angedroht hatte, etwas Anderes von meinem Geschreibsel zu lesen zu geben ... nun hier ist wohl etwas, dass dafür geeignet ist. Ich versuche jetzt weiter zu schlafen.^^

Habt noch eine recht gute Nacht,
Dosashi

P.S. Das Tanka am Ende schien mir einfach so gut zu diesem Text zu passen, dass ich es seitdem immer anhänge, aber wie geschrieben stammt jenes als einziges nicht von mir an diesem Text sondern von Fujiwara no Ietaka.^^
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An einem frühlingshaften Regentag

Am freisten fühle ich mich an einem regnerischen Frühlingstag, wenn der Regen die Menschen von der Straße zu treiben versteht und die Natur sich in einer angenehmen Ruhe befindet.
Dann riecht die Erde frisch und alles scheint möglich. Ich kann vergessen, dass ich in einer Stadt bin - dieses Ungetüm - welches mich am liebsten zerdrücken wollen würde. Hier sind die Massen, die vielen, auch die viel zu vielen, hier eilen die Menschen, tagein tagaus, suchen nach Erfüllung in Arbeit und schmeißen ihre Zeit weg, um Geld zu verdienen. Und umso mehr Geld sie verdienen, umso unglücklicher werden sie. Und dies zum Trotz schreien sie mir bei jeder Gelegenheit ins Gesicht: „Geld macht glücklich!“
In den dunkelsten Stunden meiner Seele bin ich geneigt ihnen zu glauben, mich von ihren süßen Versprechungen verführen zu lassen. Dann will ich mich treiben lassen, nicht erkannt und nicht gesehen, am liebsten in diese Masse der Tausenden, Hunderttausenden, Millionen eintauchen und nie wieder von ihrer kalten Wärme losgelassen werden.
Aber es geht nicht, da die vielen Hände, die sich nach mir strecken, mir Angst einjagen und mich vertreiben, dann überkommt mich Trauer, denn ich weiß, viele wollten mich halten und nur wenige schlagen, doch so denken kann ich nicht.

Dann stehe ich wieder alleine da unter einem Kirschbaum am regnerischen Frühlingstage. Ich sehe die Vögel, die ihren Kopf einziehen, um sich vor dem Regen zu schützen. Ihnen muss wohl ein wenig kalt sein, so wie mir. Doch scheuen sie den Regen nicht, scheinen ihn gar fasziniert zu betrachten und ich geselle mich zu ihnen in dieser Tätigkeit und scheine jeden Tropfen einzeln auf dem Boden aufkommen zu hören. „Plog, Plog, Plog …“ so geht es die ganze Zeit und von mir aus könnte es so weitergehen in alle fernen Zeiten hinweg. Meine Kopfschmerzen verfliegen unter der Frische, die nur ein Regentag erzeugen kann, all die tausend Düfte der Blüten werden durch den Regen ausgewaschen und ziehen mir in die Nase. Wie könnte ein Tag schöner sein? Trauer umfängt mich nur, wenn ich zwei Vögel sehe, die sich ankuscheln, um die Kälte besser zu ertragen und ich noch immer dort alleine stehe, aber es gebe keine bessere Zeit diese Trauer zu ertragen, denn sie vermischt sich mit der dem Tage innewohnenden Glückseligkeit. Und diese Glückseligkeit fängt die Trauer, umfängt sie und nimmt sie vollständig in sich auf, sodass es nur der Regen ist, welcher das Wasser in meine Augen bringt.


Lange stand ich da unter dem Baum und die Zeit schien völlig bedeutungslos, mein ganzes normales Leben schien bedeutungslos. Was sollten all diese Verpflichtungen mit denen ich mich tagtäglich belastete? Waren sie wirklich vonnöten? Warum sollte ich ihnen nicht einfach entfliehen? Diese Fragen wendete ich an diesem Tag mal wieder in meinem Kopf, kam aber wie immer nicht zu einem Ergebnis. So schritt die Zeit vor sich hin und es kam, wie es kommen musste, der Regen endete und ich hatte keinen Grund mehr unter diesem Kirschbaum im Frühling zu verweilen. Mit einem Seufzer machte ich mich wieder auf den Weg, all die Fragen von vorhin waren verschwunden, dafür kam jene Frage auf, die sich immer nach dem Regen in meinem Kopf regte: Wann würde ich nicht mehr allein unter dem Baum an einem Regentag im Frühling stehen?



Dem der nur die Kirschblüte
Sehnlichst erwartet, wie
Gern zeigte ich ihm
Im schneebedeckten Gras des Bergdorfs
den Frühling

Fujiwara no Ietaka
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Yukishin
Flauschi-Sucht-Ausleber
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Charakter der Figur
Name: Yuki
Wesen: Leicht reizbar, ungeduldig
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BeitragThema: Re: An einem frühlingshaften Regentag   Mo 09 Jan 2017, 04:02

Ein schönes geschreibsel, das sich gut lesen kannst. 2, evtl 3 Fehler verstecken sich noch drin, ist aber nicht weiter schlimm :3

Und wenn ich sowas früh um 4 schreibe ist das sehr wohl ein lob xD


Ich lese gern mehr :3

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